Café Restaurant Montalis



1969 begannen die Planungen für einen neuen Friedhof "Spandau-Süd" auf den früheren Rieselfeldern an der Potsdamer Chaussee. Dies hielt man aufgrund hoher Sterbezahlen, der engen Belegung in den "Kisseln" und der Platzknappheit auf anderen Friedhöfen, die durch die Mauer, die Westberlin umgab, verschärft wurde, für nötig.

1976 begannen die Bauarbeiten und am 27.10.1982 wurde der "Landschaftsfriedhof Gatow" seiner Bestimmung übergeben.

In den folgenden Jahren konnten sich jedoch nur wenige Spandauer zur Beisetzung auf diesem Friedhof entschließen.

Am 03.10.1988 wurde mit der Türkisch-Islamischen Union ein Vertrag geschlossen und auf einem Friedhofsteil die Möglichkeit von nach Mekka ausgerichteten islamischen Beisetzungen für alle Nationalitäten geschaffen.
Am 11.10.1994 wurde ein Vertrag mit der griechisch-orthodoxen Gemeinde geschlossen, der dieser ebenfalls eine eigene Abteilung für die Gemeinde zugestand.

Der Landschaftsfriedhof Gatow hat ein Größe von 18 ha. Eine 126 Sitzplätze umfassende Feierhalle mit einem separaten Glockenturm und eine Wartehalle sind in der damaligen Architektursprache errichtet worden

Der Friedhof verfügt vorort über keine eigene Verwaltung.

Eingang zum Landschaftsfriedhof Gatow Auf dem Landschaftsfriedhof Gatow gibt es das Ehrengrab von Prof. Dr. Isang Yun

Isang Yun, am 17. September 1917 in der Nähe der südöstlichen Hafenstadt Tongyông geboren, war ein bekannter Komponist und erhielt wegen seiner Verdienste das Bundesverdienstkreuz. Isang Yun starb am 3. November 1995.
Näheres zu Isang Yun (Yun I-sang)

Er war Mitglied der Akademien der Künste in Hamburg und Berlin sowie der Academia Scientiarum et Artium Europaea in Salzburg, Ehrenmitglied der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik, Ehrendoktor der Universität Tübingen und Träger der Goethe-Medaille des Goethe-Instituts sowie des Großen Verdienstkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Das Grab ist in der Liste der Ehrengrabstätten Berlins eingetragen.

Inzwischen wird insbesondere die anonyme Urnenabteilung, die als Wiese mit Birken am Rande landschaftlich sehr schön ist, gerne in Anspruch genommen. Auch die Erdreihenbestattung (als Flachgrab mit Steinplatten als seitliche Begrenzung) hat als Alternative zur Hügelgestaltung in den Kisseln Anklang gefunden.

Die neue Friedhofsordnung, die Stellenerwerbe schon zu Lebzeiten gestattet, erbrachte ebenfalls verschiedene Vergaben von Wahlstellen (Erde und Urne).

Eingang zum Landschaftsfriedhof Gatow Ein ökologisches Gutachten aus dem Jahre 1988 belegt, daß der Landschaftsfriedhof Gatow seine Bedeutung für den Bezirk nicht allein in der Bestattung der Toten hat, sondern viele gefährdete Pflanzen, Insekten und Vögel auf dem Gelände zu finden sind.